Im
Jahre 1956 wollten verschiedene Berliner Mitglieder des
"Science Fiction Club Deutschland" (SFCD) in Westberlin
eine
Städtegruppe des SFCD gründen. Nach den damals geltenden
Kontrollratsgesetzen war dies nicht zulässig. Daher gründeten
diese Berliner SF-Fans am 20. Februar 1956 den "Science
Fiction
Club Berlin" (SFCB). Dieser Verein besteht noch heute als
eigenständiger SF-Club.
Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zeichnete sich diese
Berliner Gruppe durch viele Aktivitäten aus. Zeitweise bestand
zwischen den jungen Fans ein ausgesprochen freundschaftliches
Verhältnis. Dazu trug die Tatsache bei, daß wir von etwa
1963 bis
etwa 1973 eigene Clubräume hatten, die nicht nur die Möglichkeit
boten, sich häufig zu treffen, sondern in denen wir sogar eigene
Druckmöglichkeiten hatten. Dadurch konnten wir eine Vielzahl
von SF- und Comic-Fanzines herausgeben.
Das bekannteste und bedeutendste davon war "ANABIS".
Von
diesem Magazin für Utopie und Phantastik erschienen
25 Ausgaben. Nachdem die ersten 16 Ausgaben im DIN A 4
Format im Matrizenumdruck hergestellt worden waren, erschien
ANABIS von der 17. Ausgabe an als erstes deutsches SF-Fanzine
im DIN A 5-Format im Offsetdruck. Die Ausgaben hatten
schließlich einen Umfang von über 200 Seiten und wurden
zum
Schluß in einer Auflage von 3000 Stück hergestellt. Daneben
gaben wir den Sonderdruck "Erinnerungen an die Wirklichkeit"
heraus. Diese erste konkrete Auseinandersetzung mit den
Behauptungen von Erich von Däniken haben wir als One-Shot in
einer Auflage von 16 000 Stück hergestellt und bis nach Mexiko
vertrieben.
Neben diesen beiden Fanzines erschienen in Berlin viele andere.
In einer Rückschau erinnere ich mich an Titel wie "Coeurl",
"Guul", "Ixtl", "SLAN", "SLAN-Nachrichten",
"SLAN-
Diskussion", "Kaleidoskop", "Igel-Post",
"Der galaktische
Glühwurm", "INCOS-Nachrichten", "Comic-Fan"
sowie
zeitweise "Sol", "Andromeda",
"Andromeda-Nachrichten".
Darüber hinaus veranstalteten wir verschiedene Cons.
So 1967 den "Insel-Con", 1973 den "1. Comic-Con",
1980
den "Bärcon '80", 1985 den "Bärcon
'85" und 1991 den
"Bärcon '91". Wobei der "Bärcon '80"
mit über 900
Voll-Besuchern und über 300 Besuchern auf Tageskarten der
größte und sicher auch interessanteste war.
Nach den "goldenen Jahren" mit eigenen Clubräumen
kamen die
10 bequemsten Jahre der Berliner Gruppe. Denn wir trafen uns 10
Jahre lang in der riesigen Berliner Wohnung von Peter Skodzik.
Jetzt treffen wir uns regelmäßig an jedem 4. Freitag
eines
Monats. Allerdings haben wir keine eigenen Clubräume mehr,
sondern nutzen zur Zeit das Hinterzimmer des Lokals Pegasus
in
der Sieglindestr. 7 in Berlin-Wilmersdorf, Nähe
U- und S-
Bahnhof Bundesplatz. Direkte Club-Aktivitäten existieren
deshalb nicht mehr, weil man in einem Lokal schlecht Vorträge
halten kann. Abgesehen davon empfehle ich jedem interessierten
Berliner SF-Fan, der Wert auf Vorträge legt, an den Treffen
des
SF-Vereins Andymon teilzunehmen. Die Mitglieder des SFCB
beschränken sich zur Zeit darauf, an ihren Treffen über
dies und
das zu quatschen. Natürlich sind Gäste herzlich willkommen
-
solange sie ihr Bier selbst bezahlen!