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Editionen
Marianne Sydow
 
 
 
© Marianne Sydow
 
 
 
 
     

Nachdruck der großen SF-Serie
aus dem Jahre 1908
 
   


Ü
ber diese erstaunliche Serie kann im Prinzip niemand etwas Genaues sagen. Obwohl zu ihrer Zeit sehr beliebt und sehr verbreitet, wird sie in den mir bekannten zeitgenössischen Publikationen kaum jemals erwähnt. Das liegt vermutlich daran, daß die damaligen Rezensenten mit dieser ganzen Geschichte nicht viel anzufangen wußten.

Die Anti-Schund-Bewegung verlangte nach Zitaten der blutrünstigen und "amoralischen" Art. Beides ist zwar auch im Luftpiraten zu finden, aber man muß schon danach suchen. Auch die Titelbilder sind vergleichsweise harmlos - da war man weitaus stärkeren Tobak gewöhnt. Als dann auch noch der Weltraum ins Spiel kam, haben die Rezensenten die ganze Sache wohl stillschweigend eingeordnet unter: "Harmloser Schund für harmlose Spinner". Über so etwas schrieben sie keine langen Aufsätze - das war ihnen die Mühe nicht wert.

Dank dieser Einstellung können wir heute nicht einmal mit Gewißheit sagen, von wann bis wann die Serie überhaupt erschienen ist. Allgemein gebräuchlich ist die Auffassung: 1908 bis 1911. An beiden Daten darf gezweifelt werden, besonders an der 1911. Denn verboten wurde die Serie am 1.6.1916 - das ist ausnahmsweise tatsächlich mal schriftlich festgehalten: in der "Liste der untergeistigen Literatur von 1914 - 1926".
Woraus hervorgeht, daß die Serie 1914 noch existiert haben muß - und warum sollte man sie 1916 verbieten, wenn es sie eh nicht mehr gab?

Die Hefte selbst geben für den Versuch einer Datierung wenig her. Auch fehlt jeder Hinweis auf die Erscheinungsweise - mit einer eng befristeten Ausnahme: Auf den Rückseiten der Hefte 98 bis 128 steht: "erscheint wöchentlich". Woraus man aber besser nicht den Schluß ziehen sollte, daß nun auch der Rest der Serie wöchentlich herausgekommen ist.

Die ersten acht Hefte wurden bei der Firma Paß und Garleb GmbH, Berlin W 57 gedruckt - ein Verlag ist nicht genannt. Band 9 bis 32 wurden in derselben Druckerei hergestellt, als Verlag wird genannt: die Druck- und Verlagsgesellschaft mbH, Berlin SO 16. Band 33 bis 65: gleicher Verlag, aber den Druck erledigte jetzt die Sächsische Maschinensatz-Druckerei, Werdau i.S. In Band 66 wechselt abermals das Druckhaus: Druck: M. Lehmann, Berlin S 14, womit zum erstenmal der Name Lehmann auftaucht. Erst ab Band 88 erscheint die Serie offiziell im "Verlag moderner Lektüre (M. Lehmann)".

Was wir verläßlich datieren können, sind (hier und da) Handlungszeiten. Band 1 spielt am 27. Juni 1905 - an diesem Tag lief ein Schiff der Schwarzmeerflotte, die "Fürst Potjomkin von Tauris", in den Hafen von Odessa ein. An Bord herrschte Meuterei. Zur gleichen Zeit befand sich ganz Odessa wegen eines Generalstreiks im Ausnahmezustand. Und in genau diesen Schlamassel platzt der Luftpirat hinein. (Dieselben Ereignisse dienten 1925 als Vorlage für den Film "Panzerkreuzer Potemkin"). 1905 ist auch die Handlungszeit von Band 7 und 8 - Hintergrund sind hier ganz konkrete Ereignisse im Russisch-Japanischen Krieg. Die Handlung von Band 55 verläuft vor dem Hintergrund des schrecklichen Erdbebens von Messina, und das ereignete sich am 28. Dezember 1908 um 5.21 Uhr. Bei aufmerksamer Lektüre kann man immer wieder Hinweise dieser Art entdecken: Die Autoren waren emsige Zeitungsleser - sie nahmen Bezug auf Naturkatastrophen, politische Unruhen, kriegerische Handlungen, technische Errungenschaften usw. - Dinge, die sich datieren lassen.

Vielleicht möchte sich der eine oder andere Leser an der Jagd nach solchen Daten beteiligen. Es könnte spannend werden. Möglicherweise gelingt es uns gemeinsam, eine Zeittafel zu erstellen, die zur Lösung vieler Rätsel beitragen könnte. Ich werde zu diesem Zweck im

 
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Ein 3-D-Modell-Poster
des Weltenfahrzeugs
zum downloaden gibt es

hier

und die dazugehörige Dokumentation

dort
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alle nachträglich auftauchenden Fragen, Antworten, Fakten und sonstigen Materialien getreulich protokollieren, möchte allerdings auch nicht verschweigen, daß die Romane offensichtlich nicht immer in der Reihenfolge gedruckt wurden, wie die Autoren sie geschrieben haben - was die zeitliche Einordnung gelegentlich erschweren wird.
 
 
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