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Über
diese erstaunliche Serie kann im Prinzip niemand etwas Genaues sagen.
Obwohl zu ihrer Zeit sehr beliebt und sehr verbreitet, wird sie in den
mir bekannten zeitgenössischen Publikationen kaum jemals erwähnt.
Das liegt vermutlich daran, daß die damaligen Rezensenten mit dieser
ganzen Geschichte nicht viel anzufangen wußten.
Die
Anti-Schund-Bewegung verlangte nach Zitaten der blutrünstigen und
"amoralischen" Art. Beides ist zwar auch im Luftpiraten zu finden,
aber man muß schon danach suchen. Auch die Titelbilder sind vergleichsweise
harmlos - da war man weitaus stärkeren Tobak gewöhnt. Als dann
auch noch der Weltraum ins Spiel kam, haben die Rezensenten die ganze
Sache wohl stillschweigend eingeordnet unter: "Harmloser Schund für
harmlose Spinner". Über so etwas schrieben sie keine langen
Aufsätze - das war ihnen die Mühe nicht wert.
Dank
dieser Einstellung können wir heute nicht einmal mit Gewißheit
sagen, von wann bis wann die Serie überhaupt erschienen ist. Allgemein
gebräuchlich ist die Auffassung: 1908 bis 1911. An beiden Daten darf
gezweifelt werden, besonders an der 1911. Denn verboten wurde die Serie
am 1.6.1916 - das ist ausnahmsweise tatsächlich mal schriftlich festgehalten:
in der "Liste der untergeistigen Literatur von 1914 - 1926".
Woraus hervorgeht, daß die Serie 1914 noch existiert haben muß
- und warum sollte man sie 1916 verbieten, wenn es sie eh nicht mehr gab?
Die Hefte selbst geben für den Versuch einer Datierung wenig her.
Auch fehlt jeder Hinweis auf die Erscheinungsweise - mit einer eng befristeten
Ausnahme: Auf den Rückseiten der Hefte 98 bis 128 steht: "erscheint
wöchentlich". Woraus man aber besser nicht den Schluß
ziehen sollte, daß nun auch der Rest der Serie wöchentlich
herausgekommen ist.
Die ersten acht Hefte wurden bei der Firma Paß und Garleb GmbH,
Berlin W 57 gedruckt - ein Verlag ist nicht genannt. Band 9 bis 32 wurden
in derselben Druckerei hergestellt, als Verlag wird genannt: die Druck-
und Verlagsgesellschaft mbH, Berlin SO 16. Band 33 bis 65: gleicher Verlag,
aber den Druck erledigte jetzt die Sächsische Maschinensatz-Druckerei,
Werdau i.S. In Band 66 wechselt abermals das Druckhaus: Druck: M. Lehmann,
Berlin S 14, womit zum erstenmal der Name Lehmann auftaucht. Erst ab Band
88 erscheint die Serie offiziell im "Verlag moderner Lektüre
(M. Lehmann)".
Was wir verläßlich datieren können, sind (hier und da)
Handlungszeiten. Band 1 spielt am 27. Juni 1905 - an diesem Tag lief ein
Schiff der Schwarzmeerflotte, die "Fürst Potjomkin von Tauris",
in den Hafen von Odessa
ein. An Bord herrschte Meuterei. Zur gleichen Zeit befand sich ganz Odessa
wegen eines Generalstreiks im Ausnahmezustand. Und in genau diesen Schlamassel
platzt der Luftpirat hinein. (Dieselben Ereignisse dienten 1925 als Vorlage
für den Film "Panzerkreuzer
Potemkin"). 1905 ist auch die Handlungszeit von Band 7
und 8 - Hintergrund sind hier ganz konkrete Ereignisse im Russisch-Japanischen
Krieg. Die Handlung von Band 55 verläuft vor dem Hintergrund
des schrecklichen Erdbebens
von Messina, und das ereignete sich am 28. Dezember 1908 um
5.21 Uhr. Bei aufmerksamer Lektüre kann man immer wieder Hinweise
dieser Art entdecken: Die Autoren waren emsige Zeitungsleser - sie nahmen
Bezug auf Naturkatastrophen, politische Unruhen, kriegerische Handlungen,
technische Errungenschaften usw. - Dinge, die sich datieren lassen.
Vielleicht möchte sich der eine oder andere Leser an der Jagd nach
solchen Daten beteiligen. Es könnte spannend werden. Möglicherweise
gelingt es uns gemeinsam, eine Zeittafel zu erstellen, die zur Lösung
vieler Rätsel beitragen könnte. Ich werde zu diesem Zweck im
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