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Marianne
Sydow
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Bestandskatalog
der Sammlung Ehrig
eingestellt? - Es geht weiter! |
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Für
weitere Abonauten ist noch reichlich Platz. www.proc.org/news/archive/2008/07/ Ich lasse
diesen ganzen bitteren Beitrag trotzdem hier stehen, damit jeder nachlesen
kann, worum es geht
Schon
seit einiger Zeit fiel mir auf, daß kurz vor Erscheinen eines Bandes
sehr viele Besucher auf die Startseite des Katalogs gingen, um nachzusehen,
ob nicht endlich der nächste Band im Anrollen war. Band 7 ließ
ungewöhnlich lange auf sich warten - die Ungeduld stieg, und mit
ihr stiegen die Besucherzahlen. Am Schluß waren es 120, die mal
nachguckten. Bei nur 21 Abonnenten. Merkwürdig, nicht wahr? Nun hat
meine Statistik noch ein paar andere kleine Hilfsmittel zu bieten: eine
geographische Übersicht z.B. Und siehe da: in diesen letzten Tagen
vor Erscheinen des Bandes zeigten sich gewisse Hot-Spots. Die verglich
ich mal spaßeshalber mit meiner niedlichen kleinen Kundenkartei,
und plötzlich ergab das ganze verdammte Puzzle einen Sinn. Jeder
meiner Käufer wird sagen: "Ich habe nichts getan - nichts kopiert,
nichts gescannt, nichts weitergegeben." Stimmt leider nicht bei allen
- das steht fest. Wie das im Einzelnen abläuft, ist mir auch völlig
wurscht. Oft geht es sicher nur um eine Gefälligkeitskopie. Aber:
sowas machte man früher per Fotokopierer - da wurden die Kopien von
den Kopien von Generation zu Generation schlechter und schließlich
unleserlich. Heute scannt man das Heft und brennt es samt den Bildern
auf eine CD. Die läßt sich dann beliebig oft und ohne jeden
Qualitätsverlust vervielfältigen. Manch einer wurde wahrscheinlich
sogar zur Quelle, ohne es selbst überhaupt mitzukriegen, hat den
Katalog nur mal an einen guten Kumpel verborgt, der auch sammelt, oder
an einen Bibliographen, der bloß ein paar ganz bestimmte Daten brauchte.
Aber: der schmeißt den Katalog zu Hause auf seinen Scanner, und
beim nächsten Arbeitstreffen bringt
er seinen Freunden was Schönes mit. Nun sind ja nach Meinung mancher Leute bibliographische Arbeiten grundsätzlich umsonst und nur um der Ehre willen zu leisten. Damit bin ich auch grundsätzlich einverstanden, wenn man es als Freizeitbeschäftigung betreibt, als Hobby, das in erster Linie Spaß macht - mal ein Stündchen vor dem Schlafengehen und ab und zu ein Wochenende. Mache ich ja auch mit meiner Homepage: steckt viel Arbeit drin, aber das ist mein Privatvergnügen. Mit
dem Katalog ist es aber etwas ganz anderes: an dem habe ich täglich
10-16 Stunden gearbeitet, Pfingsten, Weihnachten und eigener Geburtstag
inbegriffen. Ich bin praktisch zu nichts anderem mehr gekommen. Anfangs
lebte ich noch mit der Hoffnung, daß das Ganze sich erst etablieren
und rumsprechen muß und es eben (noch) an wirksamer Werbung fehlt.
Aber diese 120 Leute legen den Schluß nahe, daß mein Katalog
die ursprünglich von mir angepeilte Auflagenhöhe längst
nicht nur erreicht, sondern sogar überschritten hat - wahrscheinlich
noch viel weiter, als diese Zahl suggeriert, denn nicht alle schauen (noch
dazu am selben Tag) ins Internet. Die Dunkelziffer ist nahezu beliebig.
Hätten wenigstens diese 120 meinen Katalog bestellt und bezahlt -
wenn ich daran denke, könnte ich die Wände hochgehen! Einen
ganzen Winter lang habe ich mangels Geld für Heizöl mit drei
Pullovern und zwei Jacken übereinander bei Frostbremse gelebt, ein
ganzes Jahr meines Lebens an Spaß, Freude und Freizeit verloren,
weil für nichts Geld und Zeit da war. Und das alles für eine
Rotte von Schmarotzern, die meinen Katalog ohne Rücksicht auf Verluste
kopieren, scannen und brennen und weitergeben! Ich
stelle den Katalog ein. Ob sich daran noch etwas ändern ließe? Klar! Würden jetzt Dutzende von Bestellungen eintreffen, würde ich weitermachen. Übertriebenen Stolz kann ich mir aus finanziellen Gründen nicht erlauben. Ansonsten mache ich hier die Schotten dicht und mutiere zum Antiquariat - zur Hölle mit der Sammlung, wenn sie mir doch nichts weiter einbringt als Ärger, Sorgen und eine eiskalte Bude! Jetzt seid ihr dran, meine lieben inoffiziellen Kunden. Gefällt euch der Katalog? Gut, dann bestellt ihn und bezahlt mich für diese gigantische Arbeit! Anderenfalls heißt es hiermit: Aus und vorbei. Schade drum - es hätte etwas Großes daraus werden können!
Marianne
Ehrig am 30.6.2008 |
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